„Die Elbhochbrücke, eine Bleistiftskizze von Adolf Hitler aus dem Jahr 1936 die er im Beisein von Albert Speer anfertigte“
Stadtführung »Auf den Spuren der NS-Architektur«
Architektur, Geschichte und Schicksale im Nationalsozialismus
„Des Führers gewaltige Bauten“ – so lautete eine Schlagzeile im Hamburger Fremdenblatt vom 10. Juni 1937. Dahinter standen ehrgeizige Pläne der Nationalsozialisten: Hamburg sollte zu einer sogenannten „Führerstadt“ umgestaltet werden. Monumentale Bauwerke, neue Achsen und repräsentative Plätze sollten das Stadtbild dauerhaft verändern.
Doch was ist von diesen Visionen geblieben?
Auf dieser etwa zweistündigen Stadtführung begeben wir uns gemeinsam auf Spurensuche durch Hamburg. Der Rundgang führt zu Orten, an denen sich noch heute Spuren dieser Zeit entdecken lassen – manchmal offensichtlich, manchmal verborgen im Alltag der Stadt.
Wir begegnen den Architekten des Nationalsozialismus und betrachten Bauwerke, die ihre Ideologie und ihren Baustil widerspiegeln. Gleichzeitig erinnern wir an das Leben jüdischer Kaufleute, die über Generationen hinweg das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Hamburgs geprägt haben.
Und dort, wo für monumentale Prachtbauten schließlich kein Raum mehr blieb und die Realität des Krieges die Stadt einholte, stoßen wir auf Tiefbunker – Orte, die während der Luftangriffe Tausenden von Hamburgerinnen und Hamburgern Schutz boten.
Diese Stadtführung verbindet Architekturgeschichte, politische Hintergründe und persönliche Schicksale. Sie lädt dazu ein, Hamburg aus einer neuen Perspektive zu entdecken und die Spuren dieser Zeit im heutigen Stadtbild bewusst wahrzunehmen.
Dauer: ca. 2 Stunden
Themen: Architektur des Nationalsozialismus · Stadtplanung · jüdisches Leben · Luftschutz und Bunker · Hamburger Stadtgeschichte
Idee einer »Führerstadt« Hamburg
Was wäre gewesen, wenn Hamburg zur „Führerstadt“ geworden wäre?
Vor mehr als 79 Jahren präsentierten der Hamburger Bausenator Peter Ahrens und der Reichsstatthalter Karl Kaufmann ehrgeizige Pläne für eine vollständige Umgestaltung des Elbufers. Hamburg sollte zu einer monumentalen „Führerstadt“ ausgebaut werden – mit gewaltigen Bauprojekten, die das Stadtbild dauerhaft verändert hätten.
Aus einem städtebaulichen Wettbewerb ging der Architekt Konstanty Gutschow als Sieger hervor. Mit seinen Entwürfen stellte er sich in den Dienst des nationalsozialistischen Regimes und seiner Vision einer radikal umgestalteten Stadt.
Das zentrale Bauwerk dieser Planungen sollte das sogenannte Gauhaus am Elbufer werden. Mit einer geplanten Höhe von rund 250 Metern hätte dieses Gebäude die Hamburger Skyline dominiert – etwa doppelt so hoch wie der „Michel“, die Hauptkirche St. Michaelis.
Viele dieser monumentalen Projekte wurden nie verwirklicht. Doch die Pläne zeigen eindrucksvoll, wie stark die Nationalsozialisten Hamburg verändern wollten – und welche Spuren dieser Zeit bis heute in der Stadtgeschichte zu finden sind.
Der Moment, als die Vision einer „Führerstadt Hamburg“ entstand
Es war der Zeitpunkt, an dem Adolf Hitler die Idee entwickelte, Hamburg zu einer sogenannten „Führerstadt“ auszubauen. Die Planungen sahen monumentale Bauwerke und weitläufige Plätze vor, die Macht und Größe demonstrieren sollten.
An das geplante Gauhaus sollte sich ein riesiges Gauforum anschließen – ein Aufmarsch- und Versammlungsplatz mit einer vorgesehenen Kapazität von rund 50.000 Menschen. Ergänzt werden sollte dieses Areal durch eine gewaltige Volkshalle, die als zentraler Versammlungsort gedacht war.
Doch damit nicht genug: Vorgesehen war außerdem eine gigantische Hochbrücke über die Elbe. Mit etwa 180 Meter hohen Pfeilern und einer Spannweite von rund 750 Metern hätte sie den Fluss ungefähr auf der Höhe des heutigen Elbtunnels überspannt.
Als Vorbild diente – wie Hitler selbst mehrfach erwähnte – die berühmte Golden Gate Bridge in San Francisco. Auch hier zeigt sich, wie die nationalsozialistischen Planer internationale Bauwerke aufgriffen und in noch größeren Dimensionen nach Hamburg übertragen wollten.
Spurensuche
Architektur im Nationalsozialismus – Macht, Monumentalität und Ideologie
Die Architekten des Nationalsozialismus planten im großen Maßstab. Vorgesehen waren monumentale Gebäude, breite Freitreppen, wuchtige Pfeiler und lange, schnurgerade Prachtstraßen – sogenannte „Achsen“. Viele dieser Entwürfe waren bewusst überdimensioniert und sollten vor allem Macht, Ordnung und Größe demonstrieren.
Gleichzeitig entstanden auch Bauten mit einer sachlichen, reduzierten Formensprache. Beide Richtungen folgten derselben Ideologie: Architektur sollte die politischen Vorstellungen des Regimes sichtbar machen und dauerhaft im Stadtbild verankern.
Doch was prägte diese Stilepoche tatsächlich? Hat sie das Hamburger Stadtbild verändert? Welche Projekte wurden wirklich umgesetzt – und welche blieben nur auf dem Reißbrett?
Auf dieser Stadtführung gehen wir diesen Fragen nach und entdecken, welche Spuren dieser Zeit bis heute in Hamburg zu finden sind.
Propaganda
Propaganda im Krieg – Botschaften aus Beton
Propaganda war im Zweiten Weltkrieg ein zentrales Instrument des nationalsozialistischen Regimes, um Meinungen zu beeinflussen und die öffentliche Wahrnehmung zu steuern – auch in Hamburg.
Selbst Orte des Schutzes blieben davon nicht verschont. An den Wänden von Bunkern wurden Parolen und Schriftzüge angebracht, die den Menschen Mut zusprechen und zugleich die Ideologie des Regimes verbreiten sollten. Während der Luftangriffe suchten hier Tausende Hamburgerinnen und Hamburger Schutz – und wurden zugleich mit politischen Botschaften konfrontiert.
Auf unserem Rundgang begegnen wir Spuren dieser Propaganda. Sie zeigen, wie weit der Einfluss des Regimes reichte – bis hinein in Architektur und Gestaltung. In einem Fall prägte diese Propaganda sogar das Erscheinungsbild eines Bauwerks. Ein Beispiel, das in dieser Form in Norddeutschland einzigartig ist.




