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Hamburg im Spiegel der Geschichte – Stadttouren für politische Bildung

Seit über 20 Jahren biete ich historische Stadttouren an, die sich gezielt mit Themen der politischen Bildung und Erinnerungskultur auseinandersetzen. Als Diplom-Ingenieurin und praktizierende Historikerin verbinde ich dabei fundierte historische Recherche mit einer anschaulichen Vermittlung direkt vor Ort.

Die Rundgänge führen zu historischen Schauplätzen in Hamburg und machen Geschichte dort erfahrbar, wo sie tatsächlich stattgefunden hat. Architektur, Stadtplanung, wirtschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen werden dabei in ihren historischen Zusammenhängen erklärt und kritisch eingeordnet.

Im Mittelpunkt stehen Fragen, die auch heute noch von Bedeutung sind:
Wie wirken politische Systeme auf Städte und ihre Bewohner? Welche Rolle spielen Architektur, Wirtschaft und gesellschaftliche Strukturen in historischen Prozessen? Und welche Verantwortung ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für unsere Gegenwart?

Meine Touren richten sich insbesondere an Gruppen der politischen Bildung, darunter Bundeswehr, Polizei, Bundesfreiwilligendienst, Studierende, Schulklassen sowie Bildungsträger und Institutionen.

Die Rundgänge verbinden historische Fakten, persönliche Geschichten und sichtbare Spuren im Stadtbild. Sie laden dazu ein, Geschichte nicht nur zu hören, sondern sie im Stadtraum zu entdecken, zu hinterfragen und zu diskutieren.

Unterm Hafen – Historische Hafenführung für politische Bildung

„Deutschland marschiert in den Krieg“

Die Tour „Unterm Hafen“ von vergangenundvergessen ist eine besondere historische Hafenführung, die Geschichte, Erinnerungskultur und politische Bildung miteinander verbindet. Die Führung richtet sich insbesondere an Gruppen aus Bundeswehr, Polizei, Bundesfreiwilligendienst, Verwaltung sowie Bildungseinrichtungen.

Im Hafen werden historische Orte zu Lernorten: Themen wie Kriegsgeschichte, militärische Nutzung von Hafenanlagen, Sicherheit, Schmuggel, Hafenarbeit und gesellschaftlicher Wandel werden direkt vor Ort vermittelt. Dadurch entsteht ein lebendiger Zugang zur deutschen Zeitgeschichte und zur Rolle staatlicher Institutionen im historischen Kontext.

Die Tour eignet sich besonders für Seminare, Exkursionen und Programme der politischen Bildung. Sie fördert Diskussionen über Demokratie, Verantwortung, staatliche Aufgaben und Erinnerungskultur.

Mit „Unterm Hafen“ bietet vergangenundvergessen eine authentische Geschichtsführung im Hafen, die historische Zusammenhänge verständlich macht und zur Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart anregt.

Treffpunkt: Restaurant „Alex“ an der Überseebrücke,Vorsetzen 72, Hamburg
Ende der Tour: U-Bahn Landungsbrücken, Hamburg
Dauer: 1,5-2 Stunden

„Wirklich tot sind nur jene, an die sich niemand mehr erinnert.“ – Jüdisches Sprichwort

Stadtführung »Das jüdische Hamburg«

Auf den Spuren des jüdischen Lebens in der Hansestadt

Seit über 400 Jahren sind Jüdinnen und Juden Teil der Stadtgesellschaft von Hamburg. Sie prägten Handel, Kultur und das soziale Leben der Hansestadt nachhaltig.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Antisemitismus zur staatlichen Politik. Die systematische Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung zerstörte die jüdische Gemeinde der Stadt. Viele Menschen versuchten zu fliehen, andere wurden deportiert und ermordet. Diese Verbrechen stehen im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Völkermord, dem Holocaust.

Während im Jahr 1925 noch rund 20.000 Jüdinnen und Juden im Raum Hamburg lebten, waren es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch wenige Tausend.

Trotz dieser Zerstörung verschwand jüdisches Leben nicht vollständig aus der Stadt. Bereits kurz nach Kriegsende begann der Wiederaufbau der Gemeinde – unter anderem in der ehemaligen Talmud-Tora-Schule im Grindelviertel.


Jüdisches Leben heute

Heute gehört die Jüdische Gemeinde Hamburg mit rund 3.500 Mitgliedern wieder zu den größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Jüdische Kultur, religiöses Leben und soziale Einrichtungen sind erneut sichtbarer Teil der Stadt.

Kulturzentren, koschere Geschäfte und Initiativen zum Wiederaufbau historischer Synagogen zeigen, dass jüdisches Leben weiterhin Bestandteil der Hamburger Gesellschaft ist.

Lernen am historischen Ort

Für die politische Bildung spielt Erinnerung eine zentrale Rolle. Wer aufmerksam durch Hamburg geht, entdeckt Spuren der Vergangenheit – oft direkt im Alltag.

Besonders sichtbar sind die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. Die kleinen Messingplatten im Gehweg erinnern an Menschen, die einst hier lebten, bevor sie verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.

Diese Orte der Erinnerung machen Geschichte konkret. Sie werfen Fragen auf, die für politische Bildung zentral sind:

  • Wie konnte es zur Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen kommen?

  • Welche Rolle spielten Staat, Gesellschaft und Institutionen?

  • Welche Verantwortung ergibt sich daraus für Demokratie und Rechtsstaat heute?

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte jüdischen Lebens in Hamburg schafft Raum für Reflexion über Menschenrechte, Verantwortung und demokratische Werte – Themen, die gerade für Menschen im öffentlichen Dienst von besonderer Bedeutung sind.

Treffpunkt: Talmud Tora Schule, Grindelhof 30, Hamburg
Ende der Tour: „Cafè Leonar“, Grindelhof 59, Hamburg
Dauer: 2,5 Stunden

„Die Elbhochbrücke, eine Bleistiftskizze von Adolf Hitler aus dem Jahr 1936 die er im Beisein von Albert Speer anfertigte“

Stadtführung »Auf den Spuren der NS-Architektur«

»Des Führers gewaltige Bauten«,

Des Führers gewaltige Bauten“ – so berichtete das Hamburger Fremdenblatt am 10. Juni 1937 über die monumentalen Baupläne des NS-Regimes für Hamburg. Die Stadt sollte zu einer sogenannten „Führerstadt“ umgebaut werden – mit gigantischen Gebäuden, neuen Achsen und repräsentativen Machtzentren.

Bei diesem Rundgang begeben wir uns auf die Spur dieser Pläne: Wir entdecken erhaltene Bauten, sprechen über die Architekten und Bildhauer des Nationalsozialismus und fragen, wie Architektur zur Inszenierung von Macht und Ideologie genutzt wurde.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Menschen der Stadt: auf jüdische Kaufleute, die Hamburgs Wirtschaft und Gesellschaft prägten, sowie auf die Bevölkerung, die während des Krieges in Tiefbunkern Schutz vor den Bombenangriffen suchte.

Die Tour verbindet Stadtgeschichte, Architektur und politische Bildung – und zeigt, welche Spuren der NS-Zeit bis heute im Stadtbild Hamburgs sichtbar sind.

Treffpunkt: SATURN, Mönckebergstraße 1, 20095 Hamburg
Ende der Tour: Gertrudenkirchhof, Hamburg
Dauer: 2 Stunden

Idee einer »Führerstadt« Hamburg

Vor mehr als 79 Jahren präsentierten der Hamburger Bausenator Peter Ahrens und der Reichsstatthalter Karl Kaufmann weitreichende Pläne zur Umgestaltung des Elbufers in Hamburg. Ziel war es, die Stadt im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie neu zu formen und sie zu einer sogenannten „Führerstadt“ auszubauen.

Den Architekturwettbewerb gewann der Architekt Konstanty Gutschow. Seine Entwürfe orientierten sich an monumentaler Staatsarchitektur und sollten Macht und Größe des Regimes sichtbar machen.

Monumentale Baupläne

Zentrales Element der Planungen war ein gewaltiges Verwaltungsgebäude – das sogenannte Gauhaus. Mit einer geplanten Höhe von rund 250 Metern wäre es etwa doppelt so hoch gewesen wie die bekannte Hamburger Hauptkirche St. Michaelis Church.

An dieses Gebäude sollten ein Gauforum als großer Aufmarschplatz sowie eine Volkshalle anschließen. Das Forum war für Versammlungen von bis zu 50.000 Menschen ausgelegt – ein typisches Beispiel für die Inszenierung von Macht und Propaganda im nationalsozialistischen Städtebau.

Visionen für die Elbe

Teil der Planungen war außerdem eine riesige Hochbrücke über die Elbe mit rund 180 Meter hohen Pfeilern und einer Spannweite von etwa 750 Metern. Sie sollte ungefähr auf der Höhe des heutigen Elbtunnel entstehen.

Als architektonisches Vorbild nannte Adolf Hitler mehrfach die Golden Gate Bridge in San Francisco.

Viele dieser monumentalen Projekte wurden jedoch nie verwirklicht. Heute geben die erhaltenen Pläne und wenigen realisierten Bauwerke Einblick in die Ideologie und die städtebaulichen Visionen des nationalsozialistischen Regimes.

Spurensuche

Die Architekten des Nationalsozialismus entwarfen monumentale Bauprojekte: gigantische Gebäude, breite Freitreppen, wuchtige Pfeiler und lange, schnurgerade Prachtstraßen – sogenannte „Achsen“. Viele dieser Planungen folgten weniger praktischen Anforderungen als vielmehr dem Anspruch, Macht, Ordnung und Größe sichtbar zu machen.

Diese Architektur war eng mit der Ideologie des Regimes verbunden. Gleichzeitig gab es neben den monumentalen Entwürfen auch sachlichere und reduzierte Bauformen, die ebenfalls Teil dieser Epoche waren.

Doch welche Ideen prägten diese Zeit? Wie sollte sich das Stadtbild von Hamburg verändern? Welche Bauprojekte wurden tatsächlich umgesetzt – und welche blieben Vision?

Bei einer Spurensuche im Stadtbild gehen wir diesen Fragen nach. Wir betrachten Gebäude, Planungen und historische Orte und diskutieren, wie Architektur im Nationalsozialismus als Mittel politischer Inszenierung genutzt wurde – und welche Spuren dieser Zeit bis heute sichtbar sind.

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