Im Jahr 2013 beschloss die Bezirksversammlung Eimsbüttel die Gründung eines “Monat des Gedenkens”. Viele Gedenkveranstaltungen finden seitdem im Bezirk Eimsbüttel statt. War er doch der Stadtteil in welchem bis zum Holocaust bis zu 20.000 Juden gelebt haben. Liebevoll dementsprechend auch als „klein Jerusalem“ bezeichnet. Auch in diesem Jahr, vom 20.04.-31.05.2019, wird es verschiedene Veranstaltungen geben, denn auch 74 Jahre nach dem Ende des Naziterrors gibt es kein Vergessen.

Termine und Informationen finden Sie hier: http://www.gedenken-eimsbuettel.de/de

Geleitwort der Vorsitzenden der Bezirksversammlung Eimsbüttel

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

Hamburg 1945: 20 jüdische Kinder werden in eine Schule gebracht, des Nachts ermordet. Niemand soll wissen, dass an ihnen im KZ Neuengamme „medizinische Experimente“ gemacht worden sind. In diesem Jahr erinnern wir zum 40. Mal an die Ermordung dieser Kinder am Bullenhuser Damm. ESTHER BEJARANO, die Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück, wird dort, am 20. April, in ihrer Rede an sie erinnern. Bei uns in Eimsbüttel wird in Schnelsen von den Grundschulen, den Kirchengemeinden, dem Kifaz, dem Jugendclub und internationalen Gästen auf dem Platz am Mahnmal in Burgwedel
gedacht. Ein furchtbares Verbrechen, das unsere Gedanken nicht loslässt und tief in unserer Erinnerung an eine schreckliche Zeit verwurzelt ist. Es sind ja nicht nur diese Kinder, die ermordet wurden, es sind die Entrechteten, Gequälten und Ermordeten: die europäischen Juden, die Sinti und Roma, die Zeugen Jehovas, die Millionen verschleppter Slawen, die ZwangsarbeiterInnen, die Homosexuellen, die politischen Gefangenen, die Kranken und Behinderten, all diejenigen, die die nationalsozialistische Ideologie zu ihren Feinden erklärt, verfolgt und letztendlich umgebracht hat. Und so steht dieses Schicksal der Kinder stellvertretend ebenso für all diese, aber ebenso für diejenigen, die mutig Widerstand leisteten, indem sie Schutz und Hilfe gewährt hatten. Meist wurden sie gequält, gefoltert oder haben dafür selber mit dem Leben bezahlt.

WIR wollen uns heute dieser Vergangenheit stellen und Verantwortung übernehmen – das bedeutet, gegen Unrecht aufzustehen, gegen jegliche Form von Fremdenhass und Diskriminierung. Dies gilt gleichermaßen im Innen unserer Gesellschaft als auch für unsere Rolle in der Welt. WIR haben es in der Hand, frei und gerecht zu sein. Und so gibt uns der MONAT DES GEDENKENS auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, uns dessen zu erinnern, wie auch unsere Freiheit, die Gerechtigkeit und die Demokratie zu verteidigen.

Ihre
Mechthild Führbaum
Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Eimsbüttel

Termin für die Führung durch „Das jüdische Hamburg“ von „vergangenundvergessen“: 5. Mai 11 Uhr, Treffpunkt: an der Talmud Tora Schule, Grindelhof 30 in Hamburg

Karten gibts hier: https://vergangenundvergessen.de/tickets/