Auf der Tour „unterm Hafen“ begeben wir uns auf Spurensuche nach dem Vergangenen, suchen vergessene Orte und treffen auf Zeitzeugen, welche die Geschichte der Hansestadt sichtbar werden lassen. Aber nicht nur in der Hansestadt kann man auf Zeitzeugen treffen. Ich verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen und begebe mich auf Spurensuche an einem Ort…weit oben im Norden…in einer Region welche uns allen bekannt ist: an die dänischen Küste. Ähnlich wie an der Ostsee ist es hier. Im Sommer warm. Im Winter stürmisch. Vielleicht ruhiger? Die Einwohner der kleinen Küstenstädte wirken gelassener auf mich und irgendwie scheint ihre Art auf mich „überzuschwappen“. Ich kann hier abschalten und einfach die Seele baumeln lassen. Aber noch etwas anderes hat mich genau diesen Küstenabschnitt, zwischen Skagen und Klitmøller, auswählen lassen…….

„Den Atlantikwall“ – Schon zum wiederholten Male zieht es mich hierher. Hier an die Küste Dänemarks, wo vor über 75 Jahren eine 2685 Kilometer lange Verteidigungslinie zwischen den Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee entstand. Zwangsarbeiter wurden verpflichtet diesen „Gürtel von Bollwerken“ ohne schwere Maschinen zu errichten. Nach dem Krieg wurde den Verantwortlichen dafür der Prozess gemacht.

Was heute scheint wie eine riesige Schutzanlage, war doch größtenteils nur „Show“ gewesen.  Aufgrund von fehlenden Baumaterialien, insbesondere Stahl für die Bewehrung, konnten Anlagen nur zum Teil fertiggestellt werden. Generalfeldmarschall Rommel ließ nachträglich die Strände und die Brandungszonen verbarrikadieren. So sollte es unmöglich werden die Küste vom Wasser aus einzunehmen.

Bis zur Kapitulation im Jahre 1945 wurde der Wall von den Besetzern gehalten. 8119 Bunker, heute den Gezeiten ausgesetzt, sind prägend für einen Teil unserer Geschichte, welchen wir nur zu gern vergessen möchten.