Der lange Weg zum Weltkulturerbe

Der jüdische Friedhof Altona zählt mit zu den ältesten Friedhöfen Hamburgs. Im Jahr 1611 wurde er vor den Grenzen der Stadt angelegt und im Jahr 1877 geschlossen.

Der knapp 2 ha große Friedhof besteht aus einem sefardischen Teil (als „Sefarden“ werden jüdische Einwanderer von der iberischen Halbinsel bezeichnet) und einem aschkenasischen Teil (als „Aschkenasen“ werden deutsche Juden und Einwanderer aus Osteuropa und Russland bezeichnet), die ursprünglich voneinander getrennt waren.

Anders als in der christlichen Tradition werden Grabstellen nach jüdischem Recht für die Ewigkeit angelegt. Eine Erdbestattung ist üblich und anstelle von Blumen werden kleine Steine auf die Gräber gelegt. In Erwartung auf den Messias sind die Gräber nach Osten ausgerichtet.

Seit 1960 steht der jüdische Friedhof Altona unter Denkmalschutz. Er wird vom Denkmalschutzamt konservatorisch und restauratorisch betreut.

Und wie stehen die Chancen für die Aufnahme ins Weltkulturerbe? „Eigentlich müsste es ein Selbstläufer sein“, sagt Studemund-Halévy (deutscher Sprachwissenschaftler, Autor und Übersetzer) : „Der Jüdische Friedhof Altona erfüllt alle Kriterien, die für die Aufnahme notwendig sind: Er ist ein herausragendes Geschichtszeugnis mit Grabmälern von hoher künstlerischer Qualität. Er ist öffentlich zugänglich und gehört ganz sicher zu den weltweit am besten erforschten jüdischen Friedhöfen.“

Im Jahr 2018 sollte die Entscheidung fallen. Doch bevor dieses möglich werden konnte überraschte uns am 29.01.2018 eine Mitteilung des NDR.de: „Hamburg zieht seinen Antrag auf Aufnahme des Jüdischen Friedhofs in Altona in die UNESCO-Welterbeliste zurück. Stattdessen will sich die Stadt zu einem späteren Zeitpunkt um eine transnationale Bewerbung mehrerer Städte mit sephardischen Friedhöfen bemühen…“

Alle weiteren Informationen sind hier nachzulesen: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Juedischer-Friedhof-Welterbe-Antrag-zurueckgezogen,juedischerfriedhof160.html

Eines ist jedoch jetzt schon sicher. Ein Besuch des hoffentlich zukünftigen Welterbes lohnt sich schon heute:

Adresse:

Königstraße 10A, 22767 Hamburg

Telefon:

040 30035984

Öffnungszeiten:

Friedhof, Eduard-Duckesz-Haus und Bibliothek
April – September
Dienstags, Donnerstags 15 – 18 Uhr, Sonntags 14 – 17 Uhr
Oktober – März
Dienstags, Donnerstags, Sonntags 14 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung
außer an gesetzlichen und jüdischen Feiertagen