Auf meinen Stadtführungen von „vergangenundvergessen“ biete ich die Möglichkeit „unterm Hafen“ längst vergessene Bauwerke wieder in die Gegenwart bzw. direkt an die Erdoberfläche zurück zu holen. Unzählige Gäste wandern gespannt auf den Spuren der Geschichte mit mir durch die Kanalisation, den 2. Weltkrieg und auch den alten Elbtunnel. Gerade Hamburger sind von dem letzteren Bauwerk begeistert. Hatten Sie doch keine Ahnung was dort Spannendes in den letzten Jahren passiert ist. Alles begann mit den Sanierungsarbeiten vor fast 10 Jahren. Ich erinnere mich noch gut an das eingerüstete Zugangsbauwerk auf der „Sankt Pauli Seite“. Dieses war schon von der Helgoländer Allee gut zu erkennen. Doch bei diesen Bauarbeiten blieb es nicht!

Aufgrund von massiven Bauschäden, auch an den Tunnelröhren selbst, begann direkt im Anschluss die beispiellose Sanierung der Oströhre. Schwierig war dies Unterfangen unter anderem deshalb, weil dieses im Jahre 1911 entstandene Gebäude seit dem Jahr 2003 unter Denkmalschutz steht, was bei der Sanierung unter anderem besondere Sorgfalt erfordert. Es wurden angefertigte Lampen sowie 80 große Keramikplatten mit 14 unterschiedlichen, Hafen relevanten Tiermotiven angebracht. Weiterhin wurden 1.700 ringförmige Stahlträger freigelegt, 200.000 Niet- und Schraubverbindungen erneuert und über 37 Kilometer Fugen abgedichtet. Die Kosten der Sanierung belaufen sich mittlerweile auf 60 Mio. Euro. Für die komplette Sanierung beider Röhren planen Hamburg und die HPA 100 Mio. Euro ein.

Ein Blick in die fast Menschenleere Weströhre

Nach fast 8 Jahren Bauzeit ist es nun endlich soweit. Letzte Woche konnten wir nach langem Warten und Bangen im Hamburger Abendblatt lesen: “Unterirdisch gut: Alter Elbtunnel eröffnet mit Musik“. Natürlich wird dieses außergewöhnliche Industriedenkmal mit „Pauken und Trompeten“ (im wahrsten Sinne des Wortes!) wiedereröffnet. Ein 144-köpfigen Orchester wird die Elbe in Schwingungen versetzen. Im Moment werden noch Künstler gesucht, welche bei einer der Veranstaltungen 24 Meter tief, unterhalb der Elbe, dieses kostspielige und auch einmalige Ende der Sanierungsarbeiten begleiten möchten.

Fenster in der Kuppel des Zugangsbauwerks auf der Sankt Pauli Seite

Für wenige Wochen wird es im Anschluss an die Feierlichkeiten die Möglichkeit geben in alten Zeiten zu schwelgen. Beide Tunnelröhren werden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einmalig und nur für wenige Wochen wird die Möglichkeit bestehen beide Tunnel zu vergleichen und ein letztes Mal bis auf die Tübbinge in das Tunnelinnere zu schauen.

„Blue Port“ im Jahr 2017

 

Kommen Se mit mir „unter den Hafen“!

Die nächsten Termine für die Tour „unterm Hafen“:

06.04.2019 um 15 Uhr

19.04.2019 um 16 Uhr

04.05.2019 um 14 Uhr

Touren buchen unter: https://vergangenundvergessen.de/touren/unterm-hafen/

 

„Veranstaltungen zur Eröffnung:

„Tunnelsymphonie“ am 25. und 26. Mai (jeweils 16.30 und 18 Uhr)

Karten sind ab dem 27. April zum Preis von 15 Euro (ermäßigt zehn Euro)